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Der Hauch der Schulkinder
Raw Jehuda sagte, Raw habe gesagt:
Was bedeutet es, dass geschrieben steht: (1) Tastet meine Gesalbten
nicht an, und meinen Propheten tut kein Leid? Tastet meine Gesalbten nicht
an, das sind die Schulkinder, und meinen Propheten tut kein Leid, das sind die
Gelehrten.
Resch Lakisch sagte im Namen Rabbi Jehudas, des Fürsten: Die Welt
besteht nur um des Hauches der Schulkinder willen. Raw Pappa sagte zu Abbaje:
Wie ist es aber mit meinem und wie mit deinem? Er sagte zu ihm: Der Hauch des,
der schon Verfehlung an sich hat, gleicht nicht dem Hauch des, der noch keine
Verfehlung an sich hat.
Ferner sagte Resch Lakisch im Namen Rabbi Jehudas, des
Fürsten: Man darf die Schulkinder nicht stören, nicht einmal wegen der
Erbauung des Heiligtums.
Resch Lakisch sagte im Namen Rabbi Jehudas, des Fürsten:
So wurde es mir von meinen Vätern, es wird auch gesagt: von deinen Vätern,
überliefert: Jede Stadt, in der keine Schulkinder sind, wird zerstört. (2)
Rawina sagte: Sie wird gebannt. Talmud, Schabbat 119 b (1) Psalm 29,11 und parallel 1. Chronik 16,22 (2) Dieser Abschnitt stammt aus einer Diskussion über die Gründe der Zerstörung Jerusalems. Michel Onfray, Lettre 61, S. 100: Den Schnee entziffern: Die nördliche Geographie des Vaters - eine späte Reise zu den Inuit. Alles beginnt vor gut 30 Jahren auf einem
Feld in der Normandie: Ein Herbsttag, die Sonne strahlt noch golden und warm,
Schwalben steigen zuhauf in den Himmel, singen, bis sie außer Atem sind, und
fallen zurück wie Steine, ein Vater und sein Sohn pflanzen dort Kartoffeln. Ich
bin noch nicht zehn, mein Vater ist Landarbeiter. Zu Hause macht Armut die Tage
beschwerlich. Die Kartoffeln sind der Garant, daß es in der Küche weitergeht,
die meine Mutter erfindungsreich in Schwung hält und mit Erfolg variiert. Am
Himmel fliegt an diesem Tag ein Flugzeug vorüber und zieht eine weiße Spur.
Unmöglicher, unwahrscheinlicher Kindertraum: Ich frage meinen Vater, wohin er
flöge, wenn man ihm eine Reise schenkte ... Antwort: Zum Nordpol.
Mein Vater
arbeitete damals stumm, in Selbstverleugnung, wie ein Besessener und trug sein
Schicksal ohne Murren, ertrug die Armut als Fügung, gegen die man sich nicht
auflehnte. Einen vollkommeneren Stoiker als ihn in diesen stummen Jahren der
Knappheit habe ich nie gesehen. Keine Ferien, nie, die freien Tage nutzte er, um
anderen seine Arbeit zu leihen, für Hilfsdienste: die Rote Beete zum Beispiel,
die die ganze Familie Seite an Seite mit den Portugiesen, die in der Saison
kamen, erntete; kein Ausgang, keine Restaurants, kein Kino, kein Theater; keine
Bücher, keine Besuche von Freunden. Fehlendes Geld verdammt zur Einsamkeit, es
isoliert und hindert, sich an der Welt zu freuen. Aber nun also dieses
Verlangen, vorgetragen von meinem Vater, welch Blitz am tristen Himmel! Andere
Wünsche habe ich nie von ihm gehört ... Hatte er überhaupt welche? Er, der,
wie es mir schien, seine Begehrlichkeiten längst begraben hatte im Wissen, daß
es besser sei, auf sie zu verzichten, und daß sie zu hegen Unglück bringe?
Verlangen nach dem Nordpol, Lust auf Schnee, auf Kälte, Frost, Eisberge, karges
Land und Ungastlichkeit: Ich begriff einfach nicht, wie das kam ... Mein Vater
übrigens auch nicht, der in der ganzen Reihe von Fragen, die ich hatte, einen
meiner Charakterzüge hervortreten sah, damals schon: Sei jetzt still, du redest
die ganze Zeit, arbeite lieber ...
Jahre später, ich war immer noch rege im
Austreiben der Stille, immer noch geschwätzig, fand ich meinen Vater im
Krankenhaus wieder: Man hatte ihm gerade einen doppelten Bypass gelegt. Ganze
Nachmittage verbrachte ich mit ihm. Die Gesprächsthemen waren schnell
erschöpft: daß das Dorf alterte, daß die Alten starben, daß die Geschäfte
schlössen; die Veränderung der Rhythmen in einem halben Jahrhundert, der
Krieg, die Besatzung und dann die Befreiung. Dann kam ich zurück auf diesen Tag
der Schwalben, der Kartoffeln, des spurziehenden Flugzeugs am Himmel. Er
erinnerte weder Umstand noch Anlaß, doch umstandslos die damalige Antwort:
"'Zum Nordpol." Nach den Gründen für ein solches Ziel befragt,
ergänzte er: "So halt, ich weiß nicht, warum ..." Ich sehe meinen
Vater altern, seit ich Kind war; ich fürchte die Spuren sehr, die die Zeit an
ihm hinterläßt; ich zähle die Jahre, täusche mich in den Daten und freue
mich an dem Lapsus, der mich manchmal Geburtstag und -jahr verwechseln läßt -
der 29. Januar 1921 wird bei mir zum 21. Januar 1929 - und mich zum falschen
Zeitpunkt gratulieren läßt ... so daß mich eine von meinem Unbewußten
vorgenommene Umkehrung dazu veranlaßt, ihm manchmal acht Jahre Verjüngung zum
Geschenk zu machen. Zu seinem 80. Geburtstag entwickelte ich den Plan, ihm den
Nordpol zu schenken, seinen Nordpol.
Wir verabredeten also, 2001 jenseits des
Polarkreises 80 Kerzen auszublasen. Anfang August packte mein Vater wie ein
Pennäler seinen leinenen Koffer, begab sich zur Subpräfektur, ließ sich den
ersten Reisepaß seines Lebens ausstellen und begann, sich mit der Idee vertraut
zu machen, daß er zum ersten Mal sein Heimatdorf in Richtung eines Landes
außerhalb von Frankreich verlassen, ein Flugzeug ausprobieren, die
Zeitverschiebung kennen lernen würde, sich solange wie nie zuvor von seiner
Frau zu trennen und zehn Tage lang seinen Sohn zu ertragen haben würde. Er machte sich auf die fast 20 000 Kilometer lange Reise, als ginge es in seinen Gemüsegarten, leichten Herzens, ohne Sorgen, ohne Angst - heiter. Vier Flugzeuge später und nach einem Zwischenhalt in Montreal landeten wir in Quiquitarjuak, einem Eskimodorf mit 500 Einwohnern. Pulverschnee, Landung zwischen Bergen und der Meeresküste, kapriziöse Wetterbedingungen, lebhafte Kälte am unteren Ende des Thermometers. Das war er also, der Nordpol meines
Vaters, tatsächlich der hohe Norden, jenseits des Polarkreises. Seine erste
Reaktion war Enttäuschung: Eingemummt in seinen Polaranzug, sagte er zu mir:
"So hätte ich es mir nicht vorgestellt. Das ist ja wie bei uns ..."
Und in der Tat, wozu den Planeten durchqueren, das konnte man sich angesichts
der befestigten Baracken, der Parabolantennen, der Hochspannungsleitungen und
der ins Nirgendwo führenden Fahrbahnen für Schlitten oder Autos mit Recht
fragen. Und zehn Tage lang sollten wir hier noch bleiben!
Pauloosie war unser Führer. Er war 74
Jahre alt, hatte Schlitzaugen im kupfernen Gesicht mit dunklen verdeckten
Pupillen, die schwarzen Haare standen fast wie bei einer Bürste, sein Gang war
geschmeidig, weich und schwer wie der des sagenumwobenen weißen Bären, er war
wohl Schamane, gelegentlich auch Pastor, der Dorfweise, und als unbestrittene
und anerkannte Autorität, als Vater einer kinderreichen und an seiner Seite
aktiven Familie nannte man ihn auch atata - Papa in der Inuitsprache, der
einzigen, die er sprach. Er hatte Iglus gekannt und Schlittenhunde, Bärenjagd
und Walroßsuppe, im Dorf zerlegte Wale und Kleider aus Tierhäuten. Die
Postkarte, die mein Vater erträumt hatte ... Er also war der Lotse unseres
Bootes, der uns in die erlesensten Landschaften führte und uns karge, rauhe
Gemeinschaftscamps einrichtete; er rief in einem seiner schamanenhaften Gebete,
deren Geheimnis er hütete, nach Bären, damit wir sie am nächsten Tag sehen
könnten; fünf oder sechs scheuchte er uns auf und bot sie uns im Lauf des
Aufenthalts dar wie magische Geschenke; geschützt in einem von ewigem
Nordsommerlicht vergoldeten Fjord ließ er uns rohen Seehund kosten; er teilte
fermentierten Beluga mit uns - verfaulten Wal, wenn man will -, Rentiersuppe,
gekochten Seehund; er führte uns über Eisberge, Hummocks, vorbei an Walen und
Herden von grönländischen Seehunden.
Doch dann gab er meinem Vater Gelegenheit
zu begreifen, daß er sich eine Reise gewünscht hatte, sicher, daß er nun
vielleicht enttäuscht war, weil Wunsch und Wirklichkeit sich nicht deckten,
natürlich, daß aber in seiner Begleitung vor Ort auch eine andere Reise
möglich wäre: eine Reise, die roher, ursprünglicher, kraftvoller sei, eine
Reise, die zu wunderbaren Gewißheiten und lebhaften Erinnerungen führe, so
unverwüstlich und dauerhaft wie deren Zeugen selbst. Ein königliches Geschenk,
wie es nur von Königen und Königskindern kommen kann.
Der schwere Nebel, der
an einem frühen Morgen das Lager bedeckte, öffnete den Vorhang zu einer
eindrücklichen Szene. Pauloosie und seine beiden Angestellten - Jonas der
Schweigsame, mit komischem kleinen Seehundschnauzer und ständig mit Kappe und
Kopfhörer des Walkmans auf die Ohren gestülpt, Livi, der die Verbindung vom
Inuit zum Englischen herstellte - hatten sich wieder hingelegt, nachdem sie den
Wetterbericht eingeholt hatten: weißer Erbsenbrei, nicht zu handeln, zurück
ins Bett. Und wir, wir warteten, wie's weiterging. Gute Gelegenheit, die
Lektüre von Petrarcas "Über das einsame Leben" wiederaufzunehmen ...
Alain, mein Freund und Photograph, suchte bei den Eskimos Motive und schlief in
seinem vereisten Kamak ...
Am Frühnachmittag erschien Pauloosie. Es gab Kaffee,
man unterhielt sich, angenehme Atmosphäre, ruhig, heiter. Als er erfuhr, daß
mein Vater hier seinen 80. Geburtstag feiere, zusammen mit seinem Sohn, der ihm
das geschenkt habe, machte er eine undeutliche Geste wie für sich selbst,
lautlos und ohne daß man die Bewegung wirklich ausmachen konnte: Er nickte
einmal mit dem Kopf und schlug in die großen Hände wie beim Applaudieren. Dann
begann er, aus seinem langen Leben zu erzählen: vom Jagdinstinkt, den ein guter
Dorfvorsteher mitbringen müsse; von der Welle, die ein berstender Eisberg
auslöse -auf dem Schiff haben wir erlebt, wie einer in sich zusammenfiel -; von
dem Kilometer weiter überfluteten Iglu, in dem er einen Bruder verloren habe;
von der Bärenjagd zu einer Zeit, als man dabei im Zweikampf sein Leben aufs
Spiel gesetzt habe; von den halluzinogenen Pflanzen Baffin Islands, die dem
Schamanen nützlich, aber der jungen Generation vorzuenthalten seien; von den
Beziehungen zu den Amerikanern und Kanadiern, die die Kultur zerstörten, weil
die Inuit dadurch seßhaft würden ... Er redete in seiner Sprache, und Livi
übersetzte.
Während einer für die Übersetzung notwendigen Zeitspanne schlug
Pauloosie plötzlich mit der Faust auf den Tisch. Was dann kam, war
unvorstellbar, unmöglich vorauszusehen, unglaublich: Der unangefochtene Weise
des Dorfes, dieser von allen anerkannte Repräsentant, die Autoritätsperson,
dieser alte würdige und stolze Mann mit dem Nimbus der gesamten Wahrheit einer
sich zu den Überlieferungen bekennenden Zivilisation - Pauloosie fing an zu
weinen. Die Kehlen am Tisch waren wie zugeschnürt. Livi, verschreckt durch das
gerade Erlebte, rutschte voller Unbehagen auf seinem Stuhl herum: Die
Verantwortlichen aus den USA und Kanada, übersetzte er, hätten 1962 ganze
Siedlungen deportiert, sie spiegelten ihnen bessere Existenzbedingungen vor,
zündeten Dörfer an, konzentrierten die Siedler, die sich nichtsahnend in
Dauercamps, den berühmten Baracken von heute, wiederfanden ... Pauloosie hat
diese Tragödien erlebt, seinerzeit hatte man über ihn sogar finstere
Verleumdungen verbreitet: er sei ein Kollaborateur der Kolonisatoren. Er weinte,
als er an das Massaker an seinen Hunden dachte: dieser Koloß von einem Inuit,
den Eis, Wind, Kälte, Rauheit geformt hatten, diese von der borealen Magie
geformte Gestalt weinte 40 Jahre danach jämmerlich ...
Mit einem Mal begriff
also mein Vater: Diese Reise, auf der er sehen wollte, was er nie gesehen hatte,
führte zu Enttäuschung und enttäuschter Erwartung, sicher; aber er verstand
auch, daß man sich nicht darüber ärgern konnte, verpaßt zu haben, was es
nicht mehr gab. Er begriff, daß diese Welt, erträumt in der Kindheit, ersehnt
im Mannesalter und aufgesucht im Alter, von den Amerikanern und Kanadiern
zerstört worden war, als sie sich darum bemühten, für einen eventuellen
Atomkonflikt mit den Sowjets einen Platz freizumachen; er entdeckte in den
Tränen dieses tief in der Seele verletzten Inuits den Beweis für den hohen
Wert der Reise, die er unbedingt gemacht haben mußte: um vom Ethnozid dieser
heute verschwundenen Zivilisation zu wissen, ihn zu verstehen und von ihm zu
erzählen, wenn er wieder in Frankreich sein würde. Mein Vater: "Das ist
ein wenig wie bei uns in Europa ... Die Gleichförmigkeit, das ist's, was nicht
gut ist", sagte er kopfschüttelnd erst zu mir und dann, nach einem kurzem
Schweigen aus Mitgefühl, an Pauloosie gerichtet. Für meinen Vater war der Nordpol also Pauloosie, die Erinnerung und das Wort
Pauloosies, seine Bekenntnisse und seine Gesten, seine eloquenten
Vertraulichkeiten und seine stille Nähe. In einem Quartier, wo es nichts gab
außer bösartigen Stechmücken, Kälte und Feuchtigkeit, als wir gerade auf
einem Stein oder einem Stück Holz Platz genommen hatten und Saiblinge aßen,
die wir mit dem Netz aus dem Wasser eines Fjords gefischt und dann auf Holzfeuer
gegrillt hatten, kam Pauloosie mit einem Stuhl an. Es war ein surrealistisches
Schauspiel: ein Stuhl mitten in dieser leeren, weiten, großartigen und kargen
Natur. Er näherte sich uns wie ein weißer Bär, kraftvoll und entschlossen,
vor sich, mit ausgestrecktem Arm, den Stuhl. Vor den verblüfften Anwesenden
stellte er ihn hin und forderte meinen Vater auf, sich zu setzen. Dieser
verehrte, angebetete alte Mann, respektiert von den Seinen, zollte öffentlich
Achtung dem Älteren gegenüber ... Jeden Tag - die Reise auf der Schiffsbrücke gestaltete sich durch Kälte, Wind,
Regen, Nebel, Gischt, Schlingern und Stampfen manchmal mühsam - lud Pauloosie
meinen Vater in seine Kabine ein, wo es warm, wo er geschützt war. An einem der
folgenden Tage zog der Inuit eine kleine Wegwerfkamera aus der Tasche und bat
ihn, sich vor die Reling zu stellen. Er machte ein Bild. Sie schwiegen,
lächelten, verstanden sich und schwiegen wieder. Während wir draußen gegen
die Feuchtigkeit kämpften, durchnäßt, kältestarr, machte mein Vater seine
Reise mit seinem Verbündeten, der wortkarg war wie er selbst. Der Mann der Erde
und der Mann des Eises, versöhnt im Wesentlichen, jenseits der Sprachbarrieren
- was sie sich zu sagen hatten, war zu wesentlich für einen Umweg über Worte.
Es gab da also herrlichste Landschaften, großartige Fjorde, beeindruckende
Bären, fliehende Wale, mysteriöse Seehunde, umwerfende Himmel, unwirkliche
Steilküsten, verblüffende Farben, blaue und grüne Eisberge, bedrohlich
riesige Gletscher, Steine und Steinwüsten, seltene und geheime Vegetationen,
Vögel aus dem Nichts, die den Nebel durchbrachen und sich wieder ins
Unsichtbare davonmachten, Blut zum Essen, von rohem Seehundfleisch verschmierte
Gesichter, Münder angefüllt vom nussigen Aroma fermentierten Walfleischs,
nächtliche Worte, vom Schamanen zum weißen Bären geschickt - ja, der hohe
Norden, er war da. Aber da war auch und vor allem dieses Treffen zweier
Schweigender, zweier noch verwurzelter Männer, geformt von der Natur und so
wesentlich, wahr und unerschütterlich wie die Elemente selbst, an denen sie
teilhatten. Zwei Exemplare, im Verschwinden begriffen ...
Wieder auf dem Flugplatz, warteten wir
auf die Propellermaschine: daß sie ein Loch im den Nebel reißen und uns
zurück in die Zivilisation bringen würde. Pauloosie und mein Vater verharrten
Seite an Seite, reglos und still, und sagten sich viel mehr durch diese
Stummheit als durch Worte und Gesten. Das Flugzeug landete, wir bezogen unsere
Plätze, es hob ab. Mein Vater drehte sich um, schaute durch ein Bullauge auf
das Dorf, wir gewannen an Höhe, dann konnten wir glitzernde Eisbänke, den
ewigen Schnee und die Formen der Gletscher sehen. Ich glaube, in der Stille, die
andauerte, hat mein Vater entdeckt, daß er nicht gesehen hatte, wofür er
gekommen war, daß er aber vor allem gesehen hatte, was er sich nie zu sehen
vorgestellt hätte: sein nordisches Pendant, sein polares Ebenbild - einen aus
ewigen Wahrheiten gezimmerten Menschen, eines jener Wesen, aus denen Modelle der
Heiterkeit, Tugend, Kraft und Unbestechlichkeit gefertigt werden. Väter ..
Michel Onfray, Lettre 61, S. 100 |