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Methodenvielfalt in der Psychotherapie! Als "wissenschaftlich
anerkannte Psychotherapie-Verfahren" werden derzeit in Deutschland die
Verhaltenstherapie, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und die
Psychoanalyse benannt. Auf den Punkt gebracht: S-O-R-K-C-Schema und die Theorie
der Psychoanalyse sollen nach dem Willen dieser Schulen und der Ärzteschaft
fortan psychotherapeutische Arbeit definieren. Obwohl das neue Psychotherapeuten-Gesetz wohlweislich keiner Schulrichtung
Gesetzesrang einräumt, verlangt es doch von den "approbierten"
Psychotherapeuten (so der neue Titel) einerseits die wissenschaftliche
Ausbildung in den Fächern Psychologie und/oder Medizin, also ein Universitätsstudium,
und zusätzlich die Ausbildung in einem wissenschaftlich anerkannten
Psychotherapie-Verfahren.
Das Gesetz soll so verhindern helfen, dass obskure Verfahren - Schlagworte
"Psychomarkt", "Psycho-Sumpf", "Psycho-Dschungel"
- unter dem Deckmantel der Heilung oder Linderung psychischer Leiden angewendet
werden.
Der Gedanke ist zunächst plausibel. In seiner praktischen Umsetzung liegt
jedoch der Kern eines unendlichen und demütigenden Streits zwischen
historischen Schulen der Psychotherapie und neuen Psychotherapie-Verfahren, die
in den letzten 50 Jahren entstanden sind. Der Traum von einer normativen Theorie
menschlichen Erlebens und Verhaltens sollte eigentlich gerade für
psychotherapeutische Praktiker ausgeträumt sein...
Dieses Problem hat ein Teil der
Psychologenschaft sehr früh gesehen und deshalb einen Terminus vorgeschlagen,
der einige Jahre durchaus bestand hatte: das sogenannte "methodenübergreifende"
psychotherapeutische Arbeiten. In einem breiten theoretischen und praktischen Rahmen sollte damit den psychologischen und medizinischen PsychotherapeutInnen die Freiheit gegeben werden, die therapeutischen Kenntnisse in eigener Verantwortung in der praktischen Arbeit zu verwenden, welche sie 1. an der Universität, 2. in ihrer psychotherapeutischen Ausbildung und 3. in und neben ihrer praktischen Arbeit gelernt haben und weiterhin lernen. Dieser Arbeitsansatz ist weiterhin sinnvoll! Unsere Forderung: Öffnung für neue
Psychotherapie-Verfahren wie Gestalttherapie, Gesprächspsychotherapie,
systemische Familientherapie, NLP oder Hypnotherapie unter dem Titel einer
Methodenübergreifenden Psychotherapie.
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